Haut-Expertise

Räume, so sagt man, sind unsere „dritte Haut“.

 

 

Wenn unsere Haut Probleme macht, merken wir das sehr schnell. Wir gehen zum Arzt oder in die Apotheke, um unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden rasch wieder herzustellen.

 

Wenn an unserer „zweiten Haut“, der Kleidung, etwas nicht stimmt — wenn sie an allen Ecken und Enden zwickt, der Stoff kratzt oder die Farbe des Pullovers uns nicht steht — dann werden wir die zu enge Hose wohl nicht mehr tragen, die kratzige Bluse unter Umständen in die Altkleidersammlung geben oder die Verkäuferin bitten, uns einen anderen Pulli zu bringen, der unseren Typ besser unterstreicht. Im Normalfall werden wir nach Alternativen suchen für Kleidung, die uns beengt und uns keine Luft zum Atmen lässt. Vielleicht haben wir ein Lieblingsgeschäft, in dem wir super beraten werden und glücklich und mit dem Gefühl, schön und voller Energie zu sein, das Geschäft wieder verlassen. Seit Neuestem gibt es auch immer mehr gut ausgebildete Modefachverkäuferinnen, die mit ihren Labels coronasichere Shoppingerlebnisse in den Wohnungen ihrer Kundinnen zelebrieren und ihnen diplomatisch, aber immer freundlich und versiert sagen, welche Kleidungsstücke für sie optimal sind und welche sie besser nicht in die engere Auswahl ziehen sollten. Aber natürlich können wir auch einfach in den Shop einer internationalen Modekette gehen und uns völlig anonym und ohne Beratung neu ausstatten. Oder, noch einfacher, wir drücken den Bestellbutton und warten, bis ein paar Tage später geliefert wird. Und was nicht passt, wird einfach zurück geschickt. Das Neuware von den Konzernen evt. danach direkt verramscht wird, nehmen wir billigend in Kauf.

 

Haut 1 und 2 geben wir also vertrauensvoll in fachkundige Hände. Nur ein Arzt kann, was ein Arzt kann und eine Fachverkäuferin wird nur dann reussieren, wenn sie die Kundin durch ihr Wissen und ihre Leidenschaft für ihren Beruf in ihren Bann zieht und die Individualität der Kaufinteressierten in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellt. Erkennbar ist aber auch. Für die „zweite Haut“ ziehen wir schon weit seltener Experten hinzu. Wir trauen uns öfter zu, zu wissen, was für uns richtig ist. Fehlkäufe sind vorprogrammiert und belasten uns bestenfalls kurz, wenn in den Medien die Folgen unseres Wegwerfkonsums dargestellt werden. Individualität ist möglich, aber schon nicht mehr die Regel. Und: Sie ist evt. kurzfristig betrachtet ein wenig zeit- und kostenintensiver.

 

Wie ist es nun um unsere „dritte Haut“, unsere Häuser, Wohnungen und Räume bestellt? Fährt man an Siedlungen moderner Wohnhäuser vorbei, dann scheint das Modell „Flachdach-Niedrigenergie-Ziegel-Fertighaus“ ganz große Konjunktur zu haben. Hübsch — aber auch individuell? Ich behaupte keinesfalls, dass die Architekten und Baumeister dieser Häuser keine Experten wären. Das sind sie ganz gewiss und kaum jemand weiß besser als sie, wie die Tausenden von technischen Fragen, die im Zusammenhang mit einem Neubau entstehen, zufriedenstellend gelöst werden können.

 

Mein Eindruck ist allerdings, dass die späteren Bewohner dieser Häuser bei der Planung nicht so im Fokus waren wie es mittel- bis langfristig für sie gut wäre. Häuser und Räume beeinflussen uns über Jahre und Jahrzehnte und das abseits der ästhetischen und technischen Fragen. Das ist mittlerweile auch kein großes Geheimnis mehr. Viele Haus- und Wohnungsbesitzer bräuchten, ob in der Planung oder Jahre später, fachlichen Rat für ihre Räume, damit sie sich dort wohlfühlen und erholen könnten. Aber, und hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen der Umgangsweise mit Haut 1 und Haut 2, Gestaltung wird rein oberflächlich betrachtet, nicht systemisch. Räume und Häuser zu gestalten – das kann doch jeder, oder? Ein paar Möbel, ein paar Dekogegenstände – fertig! Ein Fachmann hinzuzuziehen – wozu, der kostet ja nur Geld? Diese Einstellung ist menschlich nachvollziehbar, wenn auch nicht nachhaltig. Sie berücksichtigt nicht, dass wir uns längerfristig sehr viel Geld, Ärger und gesundheitliche Probleme ersparen könnten, wenn wir den Menschen schon bei der Planung mit seinen Eigenheiten respektieren und das Haus entsprechend an seinen unterbewusst vorhanden Bedürfnissen gestalten würden. Auch und besonders Unternehmer sollten sich des Themas Raumgestaltung sehr genau annehmen, denn: Wird das nachlässig behandelt, leidet nicht nur die Funktionalität in Büro und Geschäft, sondern es kommt mittel- bis langfristig zu Beeinträchtigungen, die sich in der wirtschaftlichen Bilanz des Unternehmens auswirken werden. Eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit, erhöhte Krankenstände, mehr Reibereien zwischen den Mitarbeitern und den Kunden, Personalfluktuation und damit erhöhte Kosten für die Neurekrutierung können die Folge sein. Im schlimmsten Fall arbeiten wir in einer „toxischen“, krankmachenden Umgebung und riskieren damit letztlich auch die Existenz unseres Unternehmens. Das Problem: Anders als bei unserer Haut und unserer Kleidung lässt sich kurzfristig kaum ein Zusammenhang zwischen unserer Gesamtverfassung und unseren Räumen ausmachen. Feng Shui wirkt nicht sofort, sondern erst nach einigen Wochen und Monaten. Und dann kommt kaum jemand auf die Idee, die auftretenden Probleme im Zusammenhang mit unmittelbaren Umgebung zu analysieren, insbesondere, wenn man erst kürzlich sehr viel Geld in Bau und Sanierung eines Gebäudes gesteckt hat. Sollbruchstellen sind dann vorprogrammiert, bleiben aber normalerweise unentdeckt. Für unsere dritte Haut nehmen wir in der Regel noch viel weniger den Rat von Experten in Anspruch als wir das für die „zweite“ und unsere eigentliche Haut tun. Und das ist schade, weil dadurch unser Potential und unser Einflussbereich selten voll ausgeschöpft werden.

 

Haus-Haut-Experten heißen Feng Shui Berater. Das klingt nach Hobby und Asienimport. Aber Feng Shui ist nicht mehr und nicht weniger als eine detaillierte Analyse von Umgebung, Grundstück, Haus und Raum nach den Regeln der Natur, die seit Tausenden von Jahren Berücksichtigung fanden, bis sie eines Tages von außen verboten und vergessen wurden. Dieses unterdrückte Wissen ist sehr ausdifferenziert und hat wenig mit den Klischees von den 9 Rechtecken zu tun, mit denen in Europa Feng Shui oft über einen Kamm geschert wird. Die Kosten einer Feng Shui Beratung sind im Verhältnis zu den Kosten, die entstehen, wenn diese Regeln nicht beachtet werden, verschwindend gering. Je früher man Feng Shui in die Planung integriert, desto mehr Potential können Sie nutzen und desto weniger nachträgliche Korrekturen müssen vorgenommen werden.

 

Wenn Sie mehr wissen möchten, stehe ich Ihnen mit meiner „Dritt-Haut“-Expertise sehr gern zur Verfügung.  Ich freue mich, von Ihnen zu hören.

 

Mit räumlichen Grüßen

Ihre Christiane Küster-Schneider