LOCKDOWN UND ENERGIEFLUSS

Im Feng Shui betrachtet man den Energiefluss in den Räumen und in der Natur sehr genau. Ein harmonischer Energiefluss bewegt sich wie ein harmonischer Bach - er schlängelt sich sanft durch die Landschaft.. Es gibt aber auch einen schneidenden Energiefluss - stellen Sie sich vor, der Bach wäre begradigt und bei Hochwasser schießt er viel zu schnell durch sein Bett, steigt über seine Ufer und richtet Schaden an. Und dann gibt es die sogenannte stauende Energie. Was passiert, wenn sich im Bach immer mehr ansammelt, Müll, Steine und ähnliches?  Der Bach gerät ins Stocken, verdreckt, steigt vielleicht auch hier über die Ufer, veralgt und stirbt ganz langsam ab - zum Nachteil aller.

 

In der Wohnung staut die Energie an unaufgeräumten Plätzen, in Abstellkammern, in Schubladen, in vollgeräumten Kästen. Jeder kennt das und in Maßen ist das auch nicht schlimm. Es handelt sich  dann eben nicht um die Lieblingsplätze in der eigenen Wohnung, sondern um die, die uns ein schlechtes Gewissen vermitteln ("Ich sollte mal wieder...") Schenkt man diesen  Plätzen dagegen lange keine Beachtung, dann weitet sich diese Unordnung aus, man fühlt sich immer unwohler verliert zusehends an Vitalität und fühlt sich schnell überfordert. Der Extremfall ist das Haus eines Messies, bei dem jeder spürt, dass das eigentliche Problem hinter Dreck und angehäuften kaputten Gegenständen auf der psychischen Ebene  in Ängsten und Phobien verborgen liegt.

 

Was wir im Moment erleben, ist kein harmonischer Lebensfluss mehr. Durch den Lockdown in der Dauerschleife sind wir gezwungen, unsere Energie herunter zu fahren. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich möchten den Virus nicht verharmlosen, sondern lediglich darauf hinweisen, dass sich die Welt und die Menschen seit Monaten im Energiestau befinden und was das mit uns macht. Vor Corona war die Welt wahrlich  auch nicht in Ordnung! In unserem Konsumrausch und systematischen Wertezertreten waren wir wohl eher in der schneidenden Energie gefangen. Im Frühjahr sind wir dann ganz plötzlich und ohne Zwischenstopp in der harmonischen Energie in das andere Extrem gefallen.. Wir werden zudem tagtäglich geflutet mit neuen Negativrekorden und obwohl die Allermeisten sich an die Auflagen halten, gibt niemand "da oben" Entwarnung. Im Gegenteil: Wir sitzen wie unartige Kinder im Stubenarrest, unfähig, etwas zu ändern. Die Angst wird angestachelt und viele Unternehmen sehen nicht, wie sie finanziell  wieder in die schwarzen Zahlen kommen Sie werden in den nächsten Monaten entscheiden müssen, ob sie zusperren. Immer mehr "Müll" sammelt sich an und der stetig-vage Aufruf der Verantwortlichen "Wir schaffen das!" klingt für viele wie blanke Ironie, nicht zuletzt, weil sie keine Antwort bereit hält für die konkreten Fragen, wie die Angestellten und  die Mieten für Geschäftsräume, die niemand betreten darf, bezahlt werden können, woher neue Jobs kommen sollen und wer diese irrwitzigen Schuldengebirge, die täglich höher werden, jemals "abbauen" soll.

 

Was kann nun der einzelne tun? Da wir nicht die Weltwirtschaft und das große Ganze kontrollieren können - eine banale, aber doch 2020 deutlich erkennbare  Wahrheit - müssen wir bei uns anfangen. Auch, wenn wir unsere Tätigkeit nicht wieder aufnehmen können, können wir die Zeit nutzen, um unsere Geschäftsräume aufzuräumen und zu entrümpeln.. Damit ist zwar noch immer nicht gewährleistet , dass das Leben in den nächsten Monaten schrittweise wieder an Fahrt zunimmt, aber es macht Platz für Einsichten und neue Ideen. Wir befinden uns deutlich in einer Zeit des Abschiednehmens. Machen wir ganz bewusst Platz für Neues - und verlassen wir uns nie darauf, dass andere uns das Denken schon abnehmen und alles zu unserem Besten regeln werden. Sorgen wir in unserem unmittelbaren Umfeld dafür, dass die gestaute Energie wieder in den Fluss kommt. Ich gehe jetzt und räume meinen Kasten auf! Und Sie?